Wort zum Sonntag 52 KW/2025
Was wir mitnehmen
„Und die Hirten kehrten wieder um …“, heißt es am Ende der biblischen Weihnachtsgeschichte. Nachdem der Engel zu ihnen gekommen ist. Nachdem er ihnen gesagt hat: „Fürchtet euch nicht! Große Freude: Ein Kind, der Retter, ist geboren. Friede auf Erden!“ Nachdem die Hirten zum Stall von Bethlehem gegangen sind. Nachdem sie anderen die gute Botschaft weitererzählt haben, kehren sie wieder um. Gehen sie zurück in ihren Hirtenalltag. Aber es ist nicht einfach eine Rückkehr in den Alltag. In der Geschichte heißt es: „die Hirten kehrten wieder um … priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten.“ Die Weihnachtsbotschaft hat sie verändert. Sie kommen anders zurück, als sie losgegangen sind. Anfangs sind sie voller Furcht. Am Ende haben Grund zu loben und zu preisen.
Und wir? Klingt in uns die Musik des Weihnachtsfestes nach? Hat uns ein Gottesdienst oder ein Gebet gut getan? Gab es ein schönes Gespräch, eine gute Begegnung? Haben wir uns über ein besonders schönes Geschenk freuen dürfen?
Oder bleibt am Ende nur das Gefühl, es wieder mal geschafft zu haben: all die Vorbereitungen, die Großeinkäufe vor dem Fest, die Verwandtenbesuche?
Bald gehen wir, wie die Hirten, zurück in den Alltag und hinein in das neue Jahr. Vielleicht ist heute Zeit zu überlegen, was wir mitnehmen können aus den Feiertagen. Vor vielen Jahren habe ich einen Engel geschenkt bekommen, wunderbar gefaltet aus Notenpapier. Nach dem Weihnachtsfest habe ich ihn nicht weggepackt. Und nun begleitet er mich durch all die Jahre. Manchmal schaue ich zu ihm und denke an die Botschaft für die Hirten: „Fürchtet euch nicht …“
Thomas Groß
Kreisschulpfarrer
