Wort zum Sonntag 50 KW/2025
Es klopft schon an!
Ein letzter Blick über den Tisch. Kerzen, Teller und Plätzchen stehen bereit. Die Ecken sind aufgeräumt und der Staub gewischt. Gleich kommt Besuch. Lange schon steht diese Verabredung. Endlich mal wieder in Ruhe reden und lachen. Wie lange haben wir das nicht gemacht? Aber haben wir uns nach all der Zeit überhaupt noch etwas zu sagen?
Während ich zweifle, fällt mein Blick auf den Adventskalender. Ein Satz des Propheten Jesaja steht dort: "Bereitet dem HERRN den Weg; denn siehe, der HERR kommt gewaltig."
Das muss ein Herrscher sein, so mächtig wie ein Superheld, denke ich. Einer der allen Möchtegern-Königen die Stirn bietet.
Dann wandert mein Blick weiter zur Krippe. Dieser HERR dort, ist anders. Er ist klein, verletzlich und hilfsbedürftig. Er kann noch nicht einmal sprechen, geschweige denn herrschen. Und dennoch geht von ihm einer besonderen Macht aus. Ein Leuchten, dass Wärme und Hoffnung verbreitet.
Weihnachten erzählt davon, dass dieser Heiland die Welt heil macht, indem er unsere Beziehungen heilt. Die, unter uns Menschen und die zu Gott. Er will, dass Menschen die Hilfe erfahren, die sie brauchen, indem wir einander beistehen. Damit niemand im Dunkeln der Welt allein bleibt.
Die Heilige Nacht weckt meine Sehnsucht nach einer guten Welt und stärkt meine Erwartung an die Liebe. Sie ist der Anfang jeder Veränderung.
Trauen wir uns, das Gute zu erwarten – auch wenn es anders kommt, als wir denken.
Und endlich klopft es an der Tür.
Ich bin bereit.
Das Gute kommt!
Einen gesegneten 3. Advent wünscht Ihnen
Caroline Butzkies
Ordinierte Gemeindepädagogin, Kirchspiel Querfurt
