Wort zum Sonntag 45 KW/2025
Einmal Martin sein!
„Ich würde gern mal den Martin spielen“, sagt ein Mädchen. Jeder könne doch mal Martin sein, meinte eine andere. In der Grundschule in Tollwitz sprechen wir über den Heiligen Martin, der mit dem Schwert seinen roten Mantel teilte.
„Sachen zerschneiden bringt Ärger“, weiß eine 1. Klässlerin zu berichten.
„Ja, aber Martin hatte einen Riesenmantel, wie eine Decke, der hat für zwei gereicht. Da musste der arme Mensch nicht mehr frieren.“ Ich erzähle von Jesus, der uns aufmerksam für andere machen möchte. Er sagte: „Ich hatte nichts anzuziehen, und ihr habt mir Kleidung gegeben…Was ihr für einen meiner geringsten Geschwister getan habt, das habt ihr mir getan.“ Matthäus 25
Martin von Tours war römischer Offizier. Er stammte aus Ungarn. Er wurde Christ und lehnte Gewalt ab. Zur Sache mit dem Mantel kam später noch die Weigerung, mit dem Schwert zu kämpfen. Aus dem Militär entlassen, wurde er ein Mönch. Später wählte man ihn zum Bischof von Tours. Er legte sich mit Mächtigen seiner Zeit an, weil er die Verfolgung von Andersdenkenden missbilligte. Er blieb bescheiden, saß auf einem Holzschemel statt auf dem reich verzierten Bischofsthron. Als er am 8. November 397 auf einer Reise starb, wurde sein Leichnam nach Tours gebracht. Viele Menschen mit Laternen begleiteten ihn. Am 11. November wurde er begraben. Heute teilen wir am Martinstag mit anderen Hörnchen, ziehen mit der Laterne los und schauen Martinsspiele an. Das der Tollwitzer Kinder spielt in unserer Zeit. Ja, jeder kann den Martin spielen, jeder kann teilen und mit einer kleinen Laterne leuchten in der Dunkelheit.
Pfarrer Rüdiger Worbes
Pfarrbereich Bad Dürrenberg
