Wort zum Sonntag 26 KW/2026
In der Straßenbahn ist es heiß. Die Klimaanlagen sind in letzter Zeit auch nur für die Geräuschkulisse da. Die Fahrt zieht sich ins Endlose. Dabei wollte ich doch nur 4 Stationen fahren.
Wenn es so heiß ist wie in den letzte Tagen, da reagieren Menschen ganz unterschiedlich. Alles läuft ein wenig langsamer. Jeder Gang vor der Tür wird präzise abgewogen, Wasser wird eingepackt und noch fix die Sonnencreme ins Gesicht geschmiert. Manch anderer bleibt zum Schwitzen lieber zu Hause. Manch einer, der noch nicht aus der Form geschmolzen ist, treibt Sport. Manchen fällt das Leben in diesen Tagen besonders schwer. Sie leiden, weil ihnen schwindelig und übel wird oder weil sie die Hitze stresst. In der Tagesschau heißt es, solche Sommer können uns in Zukunft öfters passieren.
„Einer trage des anderen Last.“ heißt der Spruch aus der Bibel, der als Motto über der kommenden Woche steht. Das kann in den heißen Tagen ganz konkret werden. Wetterextreme fordern uns heraus, besonders darin, wie wir miteinander umgehen. Verbrennen wir uns am glühenden Stress? Lieber nicht. Wir sollten geduldig sein; anerkennen, dass die Hitze jedem auf das Gemüt schlagen kann und uns vor drohenden hitzigen Auseinandersetzungen lieber durch einen tiefen Atemzug abkühlen. Vielleicht kann man die neugewonnenen Kräfte dann nutzen, um zu schauen, wer es gerade schwer hat und mal mit anpacken beim Tragen von Einkaufstüten oder mal die ältere Nachbarin fragen, ob man ihr etwas aus dem Supermarkt mitbringen kann: „Einer trage des anderen Last.“ -ganz konkret.
Kommen Sie gut durch die Woche und bleiben Sie behütet!
Vikarin Leonie Weinlich
