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Wort zum Sonntag 15 KW/2026

Vor einer Woche feierten wir Ostern. Für viele waren es schöne Tage. Gemeinsames Essen, Lachen, kleine Geschenke, vielleicht ein Spaziergang im Frühlingslicht. Solche Momente tun gut. Sie lassen uns aufatmen und erinnern daran, wie kostbar das Leben ist.

Und doch stehen diese hellen Erfahrungen oft neben ganz anderen. Nachrichten, die uns erschüttern. Ereignisse, die plötzlich alles verändern. Manchmal reicht ein einziger Moment, und das Leben zeigt sich von seiner zerbrechlichen Seite. Sorgen, Unsicherheiten und stille Fragen treten daneben und begleiten uns weiter. Beides gehört zu unserem Leben: Freude und Zweifel, Leichtigkeit und Schwere, Hoffnung und Anfechtung.

Hoffnung ist nicht einfach. Sie fällt nicht vom Himmel. Sie will gelernt und gelebt werden – wie eine Sprache, die wir einüben. Schritt für Schritt, oft tastend und suchend. Ostern erzählt davon, dass Gott dem Leben Recht gibt – stärker als alles, was ihm entgegensteht.

Diese Hoffnung ist keine Flucht aus der Welt. Sie führt mitten hinein. Sie widerspricht dem, was uns niederdrückt, und hält daran fest: So, wie es ist, muss es nicht bleiben. Gott ist nicht fern, sondern mitten im Leben gegenwärtig, auch im Ungewissen und in allem, was wir noch nicht verstehen und kaum in Worte fassen können.

Diese Hoffnung öffnet den Blick für das Gute: für Zeichen von Frieden, für Worte, die verbinden, für Menschen, die füreinander da sind – und sie bleibt auch dort, wo Trauer ihren Platz hat und das Leben schwer wird, manchmal über lange Zeit.

Vielleicht ist das die Spur von Ostern: dass Hoffnung wachsen kann – mitten im Leben.

 

Schulpfarrer Neithard Ebel


 

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