Wort zum Sonntag 09 KW/2026
Die Hoffnung stärken
Als die DDR unter und die Mauer aufging, begannen wir die Welt zu entdecken. Wir kauften Lamadecken in den Mehrzweckhallen Niedersachsens, bestiegen die Alpen, staunten über die Tulpenpracht in Holland und gondelten durch Venedig. Vertraut geworden mit dem Reisen ging es hinaus in die Welt bis nach Afrika und Australien. Und dann war da noch die alte Welt, die Wurzeln unserer Kultur, die Wurzeln des Christentums, Jerusalem und Rom faszinierten und ließen uns ehrfürchtig werden. Aber zu den Wurzeln gehörten auch die ältesten Kirchen, die von den ersten Christengemeinden erbaut wurden und in denen heute noch Glauben gelebt wird. Sie stehen in Syrien und Jordanien, in Armenien und der Türkei, in Ägypten und Äthiopien. Unsere kleinen Dorfkirchen und großen Dome, sind ohne die ersten Christen und ihre Baukunst undenkbar. Was wir nach und nach begriffen, die alte christliche Kultur war zu allen Zeiten gefährdet. Besonders furchtbar war es zur Zeit des islamischen Terrors und immer noch werden Christen und ihre Kirchen in den muslimischen Ländern täglich bedroht und angegriffen. An diesem Sonntag wird für die bedrohten Christen in der ganzen Welt gebetet. Im Fokus sind in diesem Jahr die Christen in Syrien. Es gibt dort viele verschiedene christliche Konfessionen, wir nennen sie sehr distanziert „die Ostkirchen“ und meinen eigentlich unsere alten Geschwister. Unsere Schwestern und Brüder im Glauben. Mit diesem Sonntag erinnern wir uns ihrer und bitten Gott um seine Barmherzigkeit und Gnade. Wir beten gegen ihr Leiden an und stärken die Hoffnung.
Pfarrerin Monika Groß
Klinikseelsorgerin