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Evangelischer Kirchenkreis Saale-Unstrut

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Von Tränen und Seemannsliedern

Pfarrerin Tatjana Eggert wurde im Rahmen eines Gottesdienstes feierlich verabschiedet

Am 21. Juni wurde Pfarrerin Tatjana Eggert in der Kirche St. Jakobi feierlich aus ihrem Dienst im Pfarrbereich Mücheln verabschiedet. Nach 10 Jahren verlässt sie ihren Pfarrbereich in Richtung Heimat. Die aus dem Norden stammende Pfarrerin tritt ihre neue Stelle in der Nordkirche an. Ihre Rückkehr an die See wurde auch thematisch im Gottesdienst aufgegriffen. Während die Melodie der Strophen der Gemeinde nicht bekannt war, konnte alle beim Refrain des Liedes „Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern“ mit einstimmen.

Aber auch jenseits der Liedauswahl war der Gottesdienst außergewöhnlich. 

Viele Menschen innerhalb und außerhalb der Kirche wollten sich mit einem Grußwort von Tatjana Eggert verabschieden. Mit herzlichen Worten, der einen oder anderen Träne und kreativen Geschenken dankten die Vorsitzenden der verschiedenen Gemeinden ihrer Pfarrerin für den Dienst. Auch Elke Röschke dankte sichtlich gerührt im Namen der ehrenamtlichen Lektoren für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung für die Ehrenamtlichen. Der Bürgermeister der Stadt Mücheln Andreas Marggraf überreichte der scheidenden Pfarrerin die Ehrenbürgerurkunde und dankte für die jahrelang gute Zusammenarbeit auch in stürmischen Zeiten.

Am Ende des Gottesdienstes dankte Pfrn. Eggert selbst auch ganz besonders Kantorin Ella Reiter-Richter, die nicht nur in diesem Gottesdienst die besonderen Liedwünsche der Pfarrerin möglich gemacht hat.

Die Fülle an Grußworten und Geschenken machte deutlich, wie stark das Wirken von Pfarrerin Eggert in den letzten 10 Jahren wahrgenommen wurde.

Mit Kaffee und Kuchen und vielen persönlichen Worten ging die Abschiedsfeier dann in den Gemeinderäumen weiter.

 

Abschied aus dem Kirchenkreis

Pfarrerin Tatjana Eggert hat selbst nochmal eine Abschiedsgruß an alle geschrieben.

"Nun, nach zehn Jahren, verlassen wir als Familie den Kirchenkreis wieder. Hier in Mücheln durfte ich meine erste Stelle antreten. Ich hatte viel Freiraum, um mich auszuprobieren. Dafür bin ich meinen Vorgesetzten und auch meinen vier Gemeinden sehr dankbar. Manches hat sich etabliert und  einiges ist auch gefloppt. Ich bin immer wieder erstaunt und auch begeistert, wie unterschiedlich wir zu Jesus und zum Glauben stehen, ihn ver-stehen und ihn leben. Und doch eint uns der Heilige Geist immer wieder. Wahnsinn.

Einige Geschichten aus unserer gemeinsamen Zeit werden wir wohl nie vergessen. So explodierte beispielsweise in einem Taufgottesdienst der Lampenschirm direkt über dem Taufbecken als wir sangen „Jesus, dein Licht leuchte“. Oder auch die Verfolgungsjagd von Albersroda nach Wünsch, weil ich meine Predigt nach dem ersten Gottesdienst habe liegen lassen. Ebenso wird mir mein verlorener Ehering in Erinnerung bleiben, den ich mit einem Kuss auslösen musste. Besonders war auch die Spontantaufe in Schmirma oder der Whiskygottesdienst mit anschließender Verkostung.

Doch jeder, der in letzter Zeit mal mein Büro gesehen hat oder unsere Küche, weiß, dass dies auch alles seinen Preis hat. Aber ich esse eben lieber Kuchen mit meiner Gemeinde als zu Hause aufzuräumen. Schließlich hat der Tag ja nur 24 Stunden. Da muss man Prioritäten setzen.

Doch Gott hat trotz so manchen Chaos‘ so viel Segen geschenkt. Die Kinderkirche ist gewachsen, ebenso wie der Gemeindebrief. Einmal durfte ich an einem einzigen Tag sogar 11 Menschen in der Geiselquelle taufen. Wir haben den Konfikurs mit der Jungen Gemeinde kombiniert, sodass jeden Donnerstag ca. 25 Jugendliche von Gott hören und Spaß haben konnten. Allein kann man solche Projekte natürlich nicht bewerkstelligen. Ich bin unendlich dankbar, dass Gott so viele liebenswerte Menschen im Geiseltal berufen hat, die ihn kennen und lieben und sich von ihm gebrauchen lassen an den unterschiedlichsten Stellen.

Nun freuen wir uns auf die Nähe zu meinen Eltern und die Nähe zur Ostsee. Ich werde nur noch eine Gemeinde betreuen und somit hoffentlich einen Gang runterschalten. Meine neuen Kollegen habe ich zum größten Teil schon kennengelernt und bin gespannt, welche Abenteuer wir so miteinander erleben werden.

Dem lieblichen Geiseltal wünsche ich, dass es in der Vakanzzeit ganz viel Energie und Freude aus dem Glauben ziehen kann und dass der neue Kollege dann mit offenen Armen empfangen wird."

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