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Evangelischer Kirchenkreis Saale-Unstrut

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Musik unter Petrus und Paulus

Neuer Domkantor in Naumburg stellt sich vor

Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind. 
Prediger 4,6

Mit diesem Monatsspruch für September 2026 beginne ich meinen Dienst als Domkantor in Naumburg. Wer an einem neuen Ort anfängt, möchte vieles gestalten, Ideen verwirklichen und möglichst rasch ankommen. Das Wort aus dem Predigerbuch erinnert mich daran, dass gute Arbeit nicht mit Aktionismus beginnt, sondern mit Aufmerksamkeit: mit dem Hinhören, dem Kennenlernen und dem Staunen über das, was gewachsen ist.

Mein Name ist Mike Nych und mein Weg führte mich von meiner Heimatstadt Altenburg über das Studium der Kirchenmusik in Halle zunächst an den Havelberger Dom und anschließend für vierzehn erfüllte Jahre als Kreiskantor nach Apolda. Dort durfte ich die ganze Spannweite kirchenmusikalischer Arbeit erleben und gestalten: von der musikalischen Früherziehung über Kinder- und Jugendchöre, Musicalprojekte und Posaunenchor bis hin zu Oratorien, Konzertreihen und kreiskirchlichen Singtagen. Diese Jahre haben mich geprägt und gelehrt, dass Kirchenmusik ein fruchtbarer Lebensraum ist, in dem Menschen gemeinsam etwas wagen, an einer Aufgabe zusammenwachsen und entdecken, wie viel Freude gemeinsames Musizieren schenken kann.

Und nun: Naumburg.

Jetzt darf ich an einem Ort wirken, der weit über eine Region hinaus ausstrahlt. Der Naumburger Dom ist ein Ort von beeindruckender Geschichte, großer geistlicher Kraft und musikalischer Tradition. Wer den Raum betritt, spürt seine besondere Atmosphäre. Mich lehrt dieser Raum Demut – und genaues Hinhören. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass dieser Dom nicht nur als Welterbe bewundert, sondern vor allem als lebendiger Klangraum erfahren wird – als ein Ort, an dem gesungen, gebetet, gespielt, gelernt und gestaunt werden darf.

Dass der Dom den Aposteln Petrus und Paulus geweiht ist, empfinde ich dabei nahezu als Programm. Steht Petrus sinnbildlich für Berufung, für Verwurzelung, Verlässlichkeit und die Kraft der Tradition, erinnert Paulus dagegen daran, sich auf den Weg zu machen, Menschen anzusprechen und die froh machenden Glaubensinhalte weiterzutragen. Beides gehört für mich untrennbar zusammen. Kirchenmusik lebt aus einem reichen Erbe und sie bleibt zugleich in Bewegung. Sie bewahrt nicht nur, sondern lädt immer wieder neu zum Mitmachen, Zuhören und Entdecken ein.

Dabei weiß ich sehr wohl, dass ich in Naumburg nicht bei null beginne. Mein Vorgänger Jan-Martin Drafehn hat mit der Domkantorei und der Domsingschule eine beeindruckende kirchenmusikalische Landschaft aufgebaut. Die vielfältigen Ensembles und das breit gefächerte musikalische Leben am Naumburger Dom genießen in unserer Landeskirche und darüber hinaus Anerkennung. An diese gewachsene Arbeit anknüpfen zu dürfen, erfüllt mich mit großer Dankbarkeit und Respekt.

Besonders freue ich mich neben der anspruchsvollen Chorarbeit auch auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Es begeistert mich immer wieder, wie selbstverständlich Kinder singen, wenn man ihnen Raum dafür gibt. Diese natürliche Freude möchte ich fördern und begleiten – im Orchester, in der Domsingschule ebenso wie an der Evangelischen Domschule St. Martin und an der Landesschule Pforta, wo ich weiterhin im Lehrauftrag Orgel unterrichten darf. Denn musikalische Bildung beginnt nicht erst mit anspruchsvoller Literatur, sondern dort, wo ein Lied Neugier weckt.

Schon bei meiner Bewerbung sowie meinen ersten Begegnungen habe ich erlebt, wie musikbegeistert Naumburg ist. Ich begegne einer Stadt, die offenbar gern singt. Möge daraus das wachsen, was ich mir für die kommenden Jahre wünsche: eine musikalische Familie, in der weiterhin Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Ehrenamtliche und Hauptamtliche gemeinsam Verantwortung für den wertvollen Dienst an Kirche und Musik tragen und sich gegenseitig inspirieren.

Ich freue mich auf viele Begegnungen, auf gemeinsame Proben, Gottesdienste und Konzerte – und auf die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen im Kirchenkreis, mit den Vereinigten Domstiftern, mit den Schulen, den vielen Ensembles und allen, die sich für Kirchenmusik begeistern.

Und ich lade Sie herzlich ein: Besuchen Sie die Dommusiken, singen Sie mit, erzählen Sie anderen davon und helfen Sie mit, dass dieser besondere Ort auch künftig ein klingender Ort bleibt. Denn Kirchenmusik entfaltet ihre Kraft erst dort, wo sie geteilt wird.

Soli Deo Gloria - gemeinsam in Naumburg und in unserem Kirchenkreis!


Ihr Domkantor 
Mike Nych

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