Was macht eine Gesellschaft krank – und was kann sie wieder gesund machen?
Vortrag und Gespräch mit Frank Richter in der Stadtkirche Merseburg
Warum verlieren Menschen den Halt? Warum entstehen Feindbilder? Und was braucht eine Gesellschaft, damit Zusammenhalt wachsen kann?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich Frank Richter, Publizist, Theologe und ehemaliger Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, in einem Vortrag mit anschließendem Gespräch in der Stadtkirche Merseburg. Anlass ist die Ausstellung „Die gefährlichste Krankheit“, die derzeit dort zu sehen ist.
Die Gedanken Simone Weils neu entdecken
Im Mittelpunkt des Abends steht die französische Philosophin Simone Weil (1909–1943). Ihre Texte über Entwurzelung, Verantwortung und Menschlichkeit entstanden vor fast 100 Jahren und wirken heute erstaunlich aktuell.
Die Ausstellung orientiert sich an ihrem bekannten Werk „Einwurzelung. Einführung in die Pflichten dem menschlichen Wesen gegenüber“ und verbindet ausgewählte Zitate mit eindrucksvollen Fotografien. Sie wurde von der Friedensbibliothek/Antikriegsmuseum der Evangelischen Kirche Berlin Brandenburg schlesische Oberlausitz konzipiert.
Diagnose und Hoffnung
Frank Richter beschreibt die Aktualität der Ausstellung so:
„Die Worte von Simone Weil – aufgeschrieben vor fast hundert Jahren – treffen unsere Situation hier und heute mitten ins Herz. Warum werden Menschen aggressiv? Warum erklären sie andere zu Sündenböcken? Warum meinen sie, ihre Probleme wären gelöst, wenn sie andere Menschen loswürden? Weil sie entwurzelt sind. Weil sie Sinn und Halt verloren haben. Weil sie aufgehetzt und verführt werden von politischen Rattenfängern.
Zum Glück liefert die Ausstellung über Simone Weil nicht nur Diagnose. Zum Glück zeigt sie, wie wir uns schützen vor Hass, wie wir uns behaupten gegen die Kräfte der Zerstörung.“
Herzliche Einladung
Der Abend wird musikalisch von Martin Echterhoff (Leipzig) an der Orgel begleitet. Vor und nach dem Vortrag besteht Gelegenheit, die Ausstellung „Die gefährlichste Krankheit“ zu besichtigen.
Donnerstag, 13. August 2026
18.00 Uhr
Stadtkirche St. Maximi Merseburg
Markt 35
06217 Merseburg
Der Eintritt ist frei. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.
Die Veranstaltung ist Teil der HIER-Initiative des Ev. Kirchenkreises Saale-Unstrut.