Frieden
„Habt mit allen Menschen Frieden“ (Römerbrief 12,18)
Das Reich Gottes überwindet Mangel und ermöglicht Frieden.
Jesus ermöglichte diesen Frieden durch seine tatkräftige Liebe in Worten und Werken.
Er war zart mit den Unglücklichen, geduldig mit den ehrlichen Suchern und demütig vor dem Himmel.
Der Frieden Gottes ist Zuspruch und Anspruch.
Er ist Zuspruch:
Denn ein Mensch, der Jesu Frieden nachfolgt und mit Gottes Reich rechnet, ist die bedrängende Sorge über die Zukunft los.
Er darf auf Gottes Werk und Verheißung vertrauen. Er gewinnt auf diese Weise eine ruhige, zuversichtliche Gelassenheit - eben Frieden.
Ein Frieden, eine große Geduld, die ihn auch für die täglichen Konflikte des Lebens tragfähig macht. Damit hat dieser Mensch gleichsam den Rücken frei, um sich stärker den Problemen zuzuwenden, die ihn und seine Mitmenschen heute beschäftigen.
So ist der Frieden Gottes auch Anspruch:
Wie der Frieden das Innere der Menschen verwandelt, betrifft er auch die äußeren Lebensverhältnisse.
Der Frieden Jesu ist keine Flucht aus der Gegenwart. Er ist vielmehr ein dringlicher Appell, das "Heute!" als den zugewiesenen göttlichen Auftrag anzunehmen.
Und das bedeutet, im Rahmen der eigenen Kräfte Gottes Frieden in diese Welt zu tragen.
Frieden nicht nur für sich zu suchen, sondern ihn für seine Mitmenschen zu ermöglichen.
In dem man zart ist mit den Unglücklichen, geduldig mit den ehrlichen Suchern und demütig vor dem Himmel.
Mit anderen Worten:
Ist’s möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden.
Pfarrer Johannes Rohr