„Deutschland, siehst du das nicht?“ Literaturkonzert mit Roman Knižka und dem Bläserquintett OPUS 45
Untergang der Weimarer Republik (1929–1933)
Samstag, 6. Juni 2026
19 Uhr
Neumarktkirche Merseburg
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Plakat OPUS 45 - (04.06.2026 / 13 MB)
Herzliche Einladung zum Literaturkonzert mit Roman Knižka und dem Bläserquintett OPUS 45 „Deutschland, siehst du das nicht?“Untergang der Weimarer Republik (1929–1933) am 6. Juni 2026 um 19 Uhr in der Neumarktkirche Merseburg.
Dauer: ca. 90 Minuten (ohne Pause)
Eintritt: frei
Inhalt
„Deutschland, siehst du das nicht?“ – der Titel greift eine eindringliche Zeile aus Kurt Tucholskys Gedicht Deutschland, erwache! von 1930 auf. Es ist ein Warnruf vor Radikalisierung, Gewalt und dem Zerfall demokratischer Normen.
Die Jahre zwischen 1929 und 1933 gehören zu den dramatischsten Kapiteln der deutschen Geschichte. Weltwirtschaftskrise, Massenarbeitslosigkeit, soziale Not, politische Radikalisierung und Straßengewalt erschütterten die junge Weimarer Republik. Was als demokratischer Aufbruch begonnen hatte, geriet zunehmend unter Druck und endete schließlich mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten.
Und doch war diese Zeit weit mehr als eine Geschichte des Scheiterns. Während sich die politischen Krisen zuspitzten, erlebte Deutschland zugleich eine außergewöhnliche kulturelle Blüte. Bertolt Brecht und Kurt Weill revolutionierten das Musiktheater, Erich Maria Remarques Im Westen nichts Neues sorgte für heftige Kontroversen, Marlene Dietrich wurde zum internationalen Star und die Großstädte feierten Tanz, Musik und neue Freiheiten.
Mit ihrem neuen Literaturkonzert begeben sich Roman Knižka und das Bläserquintett OPUS 45 auf eine eindrucksvolle Reise in diese widersprüchliche Zeit zwischen Aufbruch und Abgrund. Vom Tod Gustav Stresemanns bis zur Machtübernahme Hitlers zeichnet Roman Knižka die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen jener Jahre nach.
Literarische Texte von Erich Kästner, Mascha Kaléko, Bertolt Brecht und Kurt Tucholsky treffen auf Reportagen, Erinnerungen und Tagebücher von Zeitzeug*innen wie Victor Klemperer, Sebastian Haffner oder Dorothy Thompson. Die Stimmen dieser Jahre machen hörbar, wie Menschen die Krisen, Hoffnungen und Ängste ihrer Zeit erlebt haben.
Einen besonderen regionalen Akzent erhält das Programm durch ein eigens erarbeitetes Zusatzkapitel über Merseburg in den Jahren 1929 bis 1933. Es beleuchtet, wie die politischen Umbrüche vor Ort wahrgenommen wurden, welche Auswirkungen sie auf das Leben der Menschen hatten und wie sich die Entwicklungen der Weimarer Republik in unserer Region widerspiegelten.
Musikalisch spannt OPUS 45 den Bogen von Hanns Eisler, Kurt Weill und Erwin Schulhoff bis hin zu den Comedian Harmonists und den Tanzmelodien der Zeit. Die Musik macht hörbar, wie eng Lebensfreude, Verunsicherung, Aufbruch und gesellschaftliche Spannungen miteinander verbunden waren.
Am Ende steht eine Frage, die bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren hat:
Welche Lehren ziehen wir aus dem Untergang der ersten deutschen Demokratie?
Die Weimarer Republik war keine Totgeburt. Ihr Scheitern war nicht zwangsläufig. Gerade deshalb lohnt der Blick zurück – auch auf unsere eigene Region und ihre Geschichte.
Die Künstler
Roman Knižka wurde 1970 in Bautzen geboren. Nach einer Ausbildung an der Dresdner Semperoper und dem Verlassen der DDR kurz vor dem Mauerfall studierte er Schauspiel in Bochum. Seit vielen Jahren ist er einem breiten Publikum aus Film, Fernsehen und Hörfunk bekannt. Darüber hinaus engagiert er sich intensiv in literarischen und historischen Bühnenprojekten. Seine eindrucksvolle Stimme und seine große Bühnenpräsenz machen ihn zu einem gefragten Interpreten literarischer Texte.
Das Bläserquintett OPUS 45 besteht aus Musikerinnen und Musikern renommierter deutscher Orchester, darunter die Hamburgische Staatsoper, die Dresdner Philharmonie, die NDR Radiophilharmonie Hannover und das Beethoven Orchester Bonn. Gemeinsam mit Roman Knižka entwickelt das Ensemble seit vielen Jahren außergewöhnliche Literaturkonzerte an der Schnittstelle von Musik, Geschichte und gesellschaftlicher Erinnerungskultur.
Auszeichnung
Für das Programm „Deutschland, siehst du das nicht?“ wurden Roman Knižka und OPUS 45 im Oktober 2025 mit dem Hans-Frankenthal-Preis der Stiftung Auschwitz-Komitee ausgezeichnet.
Kontakt zum Ensemble:
Benjamin Comparot
Bredenbekstr. 2
22397 Hamburg
Fon: 0176 62 11 00 83
Mail: benjamin.comparot@gmx.de
»Showreel« (Rollenbeispiele) Roman Knižka: https://t1p.de/dm6ms
Weitere Informationen:
Protected link to opus-45.de
Protected link to opus45-derfilm.de
www.facebook.com/opus45
www.instagram.com/ensembleopus45
Eine Veranstaltung des Bündnis 27. Januar - Auschwitz Monowitz | Leuna in Kooperation mit der Ev. Kirche in Merseburg und der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt. Die Veranstaltung findet ist Teil der HIER-Kampagne des Evangelischen Kirchenkreises Saale-Unstrut und findet im Rahmen des wir-Festivals Halle statt.
Wir laden herzlich dazu ein, gemeinsam einen Abend zwischen Geschichte, Literatur und Musik zu erleben und dabei über die Bedeutung von Demokratie damals und heute nachzudenken.
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Plakat OPUS 45 - (04.06.2026 / 13 MB)